Der Elisabethenhof
Nutzungskonzept für einen Ort der Menschlichkeit
Der Elisabethenhof in Frankfurt-Unterliederbach ist ein Ort mit Geschichte und Potenzial. Jahrzehntelang als Apfelplantage bewirtschaftet, steht das weitläufige Gelände am Rand der Rhein-Main-Metropole heute vor einer Neuausrichtung. Das Flowful Kollektiv wurde beauftragt, ein ganzheitliches Nutzungskonzept zu entwickeln, das die Besonderheiten des Standorts konsequent nutzt: die Lage, die Weitläufigkeit und die Chance, einen Ort zu schaffen, der wirtschaftliche Tragfähigkeit mit sozialer Verantwortung und lebendiger Gemeinschaft verbindet.
Die Ausgangslage: Potenzial trifft Komplexität
Der Standort bietet außergewöhnliche Voraussetzungen. Im 25-Kilometer-Radius leben rund vier Millionen Menschen. Tägliche Pendlerströme an der nahen A66, dichte Schul- und Kitainfrastruktur im Umfeld und eine heterogene Nachbarschaft mit echtem Bedarf nach inklusiven Angeboten machen den Elisabethenhof zu einem Ort mit überdurchschnittlichem Besucherpotenzial. Gleichzeitig ist das Gelände sanierungsbedürftig, die ÖPNV-Anbindung verbesserungswürdig und viele Rahmenbedingungen noch offen. Das Konzept musste also flexibel, skalierbar und von Anfang an umsetzbar sein, ohne auf große Investitionen oder abgeschlossene Genehmigungsverfahren angewiesen zu sein.
Der Gestaltungsansatz: Die 3+1-Logik
Das Nutzungskonzept folgt einer Logik aus mehreren Säulen, die sich gegenseitig tragen und verstärken.
Im Zentrum steht der Lebendige Hof in seiner doppelten Funktion: als landwirtschaftlicher Betrieb einerseits, mit Bürgernutzflächen, solidarischer Landwirtschaft, Waldgarten und Baumpatenschaften, und als Erlebnis- und Bildungsraum andererseits, mit Ferienspielen, Workshops, Naturlernpfaden und Bauernhof-Camping in der Leichtvariante. Die Landwirtschaft ist dabei nicht Dekoration, sondern Fundament. Sie schafft den funktionalen Zusammenhang, aus dem heraus alle weiteren Angebote entstehen.
Die zweite Säule ist die Soziale Mitte: ein inklusives Kinder- und Familienzentrum als Begegnungsort für alle Generationen, mit Hofladen als Inklusionsbetrieb, Café, Tagespflege, Jugendangeboten und niedrigschwelligen Selbsthilfeformaten. Diese Angebote verbinden soziale Wirkung mit wirtschaftlicher Substanz. Der Hofladen ist gleichzeitig Arbeitsplatz, Lernort und Nachbarschaftstreffpunkt.
Zusammengehalten werden beide Säulen durch die übergeordnete Idee: der Ort der Menschlichkeit. Ein Ort, der Inklusion nicht als Pflicht, sondern als Prinzip versteht. Der Familien anzieht, weil er echte Erlebnisse bietet. Der Senioren einbindet, weil Generationenbegegnung kein Programmpunkt ist, sondern Alltag. Der Menschen mit Behinderungen nicht integriert, sondern selbstverständlich beschäftigt.
Schrittweise Umsetzung: Vom Bestand zur vollen Entfaltung
Das Konzept wurde bewusst für eine stufenweise Umsetzung gedacht. In einem ersten Schritt könnten mit dem vorhandenen Bestand sofort sichtbare Angebote entstehen: Bürgernutzflächen, Ferienspiele, Hofladen und Camping Light. In einem zweiten Schritt könnten erweiterte Genehmigungen und bauliche Ergänzungen langfristig mehr Strahlkraft entfalten, größere Gruppen ermöglichen und zusätzliche Nutzungskapazitäten erschließen. Beide Wege würden zum gleichen Ziel führen: einem Ort, der im ersten Jahr bereits sichtbare Wirkung zeigt und langfristig als Modellprojekt gilt.
Was das Projekt besonders macht
Das Nutzungskonzept für den Elisabethenhof ist kein Masterplan, der auf Vollständigkeit besteht. Es ist ein strategischer Kompass, der Prioritäten setzt, Verantwortlichkeiten klärt und vor allem eines zeigt: dass nachhaltige Landwirtschaft, soziale Teilhabe und wirtschaftliche Tragfähigkeit kein Widerspruch sind, sondern sich gegenseitig bedingen. Permakultur-Ethiken bilden dabei die Grundlage: Fürsorge für die Erde, Fürsorge für die Menschen, gerechte Verteilung.
Der Elisabethenhof kann ein Ort werden, der Frankfurt um etwas bereichert, das die Stadt braucht: einen Platz, an dem man sich begegnet. An dem Kinder Landwirtschaft erleben. An dem Senioren nicht versorgt, sondern eingebunden werden. Und an dem Nachhaltigkeit nicht erklärt, sondern gelebt wird.
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